RUNNER UP

The Landscape of Havens

Team
Katarina Kuk (SI), Architektin + Urbanistin
Zala Koleša (SI), Architektin + Urbanistin
Andrej Panker (SI), Architekt
Andraž Podvez (SI), Architekt + Urbanist
Martin Valinger Sluga (SI), Stadtplaner
Quentin Drouet (FR), Raumplaner
Nika Marn (SI), Landschaftsarchitektin
in Kooperation mit
Maria Ljuština (HR), Architektin
Nik Erik Neubauer (SI), Künstler

aus Ljubljana (SI)

Project Description by Team: "A Landscape of Havens" verwandelt die L202 von einer autodominierten Barriere in einen regenerativen Korridor, in dem Mobilität, Ökologie und Alltag koexistieren. Basierend auf Nutzerporträts, Feldforschung und räumlicher Analyse führt das Projekt „Havens“ ein: ortsspezifische Interventionen, die Pflege, Übergang und Aktivierung unterstützen. Diese Knotenpunkte, die durch blaugrüne Infrastrukturen miteinander verbunden sind, verwandeln die Auswirkungen des Verkehrs in eine gute Erreichbarkeit, stärken die lokale Identität und stellen die ökologische Vernetzung wieder her. Havens integrieren multimodale Knotenpunkte, Ruhezonen, soziale und kulturelle Lebensräume, produktive Ränder und klimafreundliches Design. Sie bilden eine flexible, ortsbezogene Strategie, um die Infrastruktur in eine gemeinsame Landschaft der Resilienz, Erinnerung und Gemeinschaft zu verwandeln. (übersetzt von EUROPAN Österreich, Original siehe englische Website)

Jury Statement: "Das Projekt entwickelt aus der Idee der L202 als Infrastruktur der Fürsorge einen poetischen und zugleich systematisch aufgebauten Entwurf. Die Straße wird als Sequenz von „Havens“ verstanden – räumlichen Häfen der Ruhe, Begegnung und Ressourcennutzung –, die ökologische, soziale und mobilitätsbezogene Qualitäten in einem klaren Raster miteinander verbinden. Das Team übersetzt diese Metapher überzeugend in ein Set aus strategischen Leitlinien und konkreten räumlichen Interventionen, die entlang der Achse verortet werden. 

Die zwölf unterschiedlichen „Havens“ bilden ein strukturierten Catalogue of Havens, in dem jede Intervention – ob grün, blau oder sozial – auf die jeweilige lokale Situation eingeht. Entlang der L202 entstehen multimodale Mobilitätshubs, neue Rad- und Fußwegverbindungen sowie landschaftliche Räume, die Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität fördern. Bemerkenswert ist die methodische Klarheit des Projekts, das vom konzeptionellen Rahmen bis zum konkreten Straßenschnitt eine hohe Kohärenz und gestalterische Konsequenz zeigt. 

Besonders hervorzuheben ist die intensive Auseinandersetzung mit der industriellen und kulturellen Geschichte der Region. Durch die Einbindung der lokalen Produktionstradition – von Textil bis Ingenieurwesen – in eine nachhaltige Raumstrategie schlägt das Projekt eine Brücke zwischen Herkunft und Zukunft. Ebenso überzeugt die fundierte Behandlung ökologischer Themen, etwa zu Mikroklima, Überschwemmungszonen und Lärmminderung, als Teil eines nature-based Ansatzes. 

Trotz der großen methodischen Stärke bleibt offen, ob das Bild des „Hafens“ als Ort der Ruhe die komplexe Dynamik der Transformation ausreichend fasst. Dennoch ist die Arbeit als poetisch wie analytisch schlüssiger Beitrag hervorzuheben – eine sorgfältig durchgearbeitete, kohärente und inspirierende Vision für die Zukunft der L202.