WINNER
Recode the road
Team:
Luca Luini (IT), Architekt
Lorenza Sartori (IT), Architektin
Riccardo Masiero (IT), Architekt + Urbanist
in Kooperation mit
Andrea Curti (IT),
Architekturstudent
aus Gallarate (IT)
Projektbeschreibung des Teams: Die L202 ist mehr als nur eine Straße, sie ist eine Software, die veraltete Anweisungen ausführt. Sie wurde für Geschwindigkeit und Verkehrsfluss konzipiert und durchschneidet Landschaften, die Heilung, Entschleunigung und Regeneration benötigen: Wir schlagen vor, diesen Infrastrukturcode neu zu programmieren und die L202 in einen lebendigen Korridor zu verwandeln, der Verbindungen zwischen Ökologie, Mobilität und Gemeinschaft fördert. Es handelt sich um eine territoriale Neuprogrammierung: ein Open-Source-Protokoll zur Wiederherstellung des Bodens, zur Regenerierung der ökologischen Kontinuität und zur Reaktivierung des öffentlichen Raums durch leichte, reproduzierbare und skalierbare Maßnahmen. (übersetzt von EUROPAN Österreich, Original siehe englische Website)
Jurybeurteilung: "Statt einer linearen Kette von Interventionen entlang der L202, schlägt das Projekt eine weit ausgreifende, geographische Lesart der gesamten Region vor. Über die Betrachtungsebenen „solid“, „fluid“ und „biotic“ gelingt es, das Territorium über die trennende Straße hinweg als ein zusammenhängendes Netzwerk von Ökosystemen zu lesen und darzustellen, die über Bodenbeschaffenheit, Wasserläufe und Habitat-Struktur im Austausch miteinanderstehen. Das zentrale Dokument des Projekts, die neue Karte der Region, gibt jedoch nicht den Status Quo wieder, sondern einen Zustand, in dem die Verbindungen ausgegraben, gestärkt und neu interpretiert werden.
Ausgehend davon entsteht eine Vision, die den Straßßenraum selbst zu einem vielfältigen Habitat macht, in dem verschiedene Verkehrsformen koexistieren, das aber vor allem als abwechslungsreicher Schwellenraum gedacht ist, der nicht mehr trennt, sondern verbindet. So ermöglicht das Projekt eine völlig neue Perspektive, die nicht auf dem Defizit des Straßenraums basiert und Verbesserungen vorschlägt, sondern die Potenziale freilegt, die hinter und unter dem Straßenraum liegen.
Die vorgeschlagenen Eingriffe entlang der L202 werden als Teil einer großräumigen Reparaturarbeit konzipiert: exemplarisch betrachteten „nodes“ sind in diesem Sinne nicht Verkehrsknotenpunkte, sondern die Verwebung des Straßßenraums mit den ihn querenden Strängen aus Landschaftszügen, Biotopen und Wasserlinien. Die Randbereiche der Straße werden aktiviert, um funktional und ökologisch einen neuen Rahmen für das Verkehrsband zu schaffen, der sich mit der Umgebung verwebt. Entlang des Verkehrsbands, das in seiner funktionalen Notwendigkeit als gegeben angenommen wird, werden durchlässige, aber nutzbare Oberflächen geschaffen, um der sanften Mobilität Raum zu geben und Aufenthaltsbereiche zu bieten. Die Rekonstitution des Bodens entlang der Straßen, die Freilegung von Wasserlinien und eine wasser-absorbierende Topographie aus Mulden und Dünen schaffen die Basis für ökologische Korridore, die die Straße begleiten und in das Umland einweben. Die Art der Eingriffe variiert über die Kilometer und reagiert auf die spezifischen Gegebenheiten. So gelingt es dem Projekt, den Maßstab der territorialen Neuinterpretation mit präzisen Maßnahmen auf lokaler Ebene zu verbinden.
„Recode the Road“ überzeugt durch seine höchst adäquate und zeitgemäße Herangehensweise an die enorme Herausforderung, indem es die Aufgabenstellung „L202“ neu formuliert und damit die Grundlage bietet für eine Planung als multidisziplinären und sozialen Aushandlungsprozess. Es stellt den Beteiligten eine Vision zur Verfügung, die ausgehend vom Straßenraum weit über diesen hinaus geht und die gesamte Region als vielschichtiges, transhumanes und klimaresilientes Habitat imaginiert."








